Überdenke Mission - ein Brief an dich

Lieber Unterstützer

Herzlichen Dank für deine Beiträge und deine Güte. Es gibt mir und dir ein gutes Gefühl, wenn wir sehen, dass dein Beitrag einen Unterschied gemacht hat. Du trägst gerne dazu bei, die Hungrigen zu ernähren, das Leid eines Einzelnen zu lindern oder für die Ausbildung oder Berufsausbildung einer Person zu bezahlen. Dies ist gut, lobenswert und sicherlich notwendig, zumindest in einigen Fällen. Erfahre mehr über die Vorteile des Gebens in diesem vorherigen Blog-Beitrag. Wir als Wohltätigkeits- und gemeinnützige Organisationen können dir Bilder mit den Begünstigten und deren Lebensmittelpaket, Zertifikat oder Verbesserung senden. Ich fühle mich gut, weil ich mir sage, dass ich jemandem geholfen habe und dein Geld verantwortungsbewusst und transparent eingesetzt habe. Du als Spender erwartest von mir, dass ich deine Mittel zum Wohle der Bedürftigen und für den beabsichtigten Zweck verwende. Du möchtest nicht, dass dein Geld verschwendet wird oder im Verwaltungsprozess versickert oder sogar in die Tasche einer egoistischen Person wandert.

Aber um ehrlich zu sein, ist dies nicht mein Ziel. Ich möchte dir keine Bilder von einer lächelnden Person in zerrissenen und schmutzigen Kleidern senden, damit du dich besser fühlst, da du sehen kannst, dass deine Spende "effektiv" und zweckerfüllend verwendet wurde und deine Erwartungen erfüllt wurden. Bitte versteh mich nicht falsch und hör genau zu. Ich habe Lebensmittelpakete, Kleidung und Schuhe an Bedürftige verteilt. Ich habe Drogenabhängigen das Evangelium gepredigt. Ich leitete Jugendgruppen und christliche Kinderprogramme. Ich hoffe und bete, dass es zumindest für den einen oder anderen etwas Gutes bewirkt hat.

Einige Erfahrungen

Ich möchte einige Erfahrungen mit dir teilen, um zu zeigen, dass unsere Hilfe oft nicht Probleme löst, sondern sie verschlimmert oder sogar zusätzliche Probleme schafft.

Wann immer wir Lebensmittel- und Kleiderspenden erhalten, organisieren wir einen Ausflug in die bedürftigen Armenviertel, um zu verteilen. Die Beiträge bringen Erleichterung für eine momentane Not. Aber anstatt die Menschen zu befähigen und auszurüsten, schaffen wir Bettler. Die Leute warten zu Hause, um die Dinge zu erhalten, die sie „normalerweise“ bekommen. Wenn sie sehen, dass wir einigen Leuten an der Ecke Lebensmittelpakete geben, kommen sie zu uns und fordern „ihr“ Paket. "Du hast diesen Leuten geholfen, also musst du mir auch helfen." Wir befähigen sie nicht, unabhängig zu werden und ihre eigenen Probleme zu lösen. Sie machen sich von unserer Hilfe vollkommen abhängig und vertrauen uns so sehr, dass sie kein Bedürfniss sehen, das Problem selbst zu lösen.

Ich habe ungefähr 2 Jahre in einer christlichen Nachmittagsbetreuung im Armenviertel gearbeitet. Wir erzählten den Kindern Bibelgeschichten, ermutigten sie, gute Entscheidungen zu treffen, und halfen ihnen bei der Haus- und Schularbeit. Hier sind einige der Ergebnisse:

  1. Die Eltern verließen sich auf die Nachmittagsbetreuung und sahen keine Notwendigkeit, sich an der Bildungsentwicklung ihres Kindes zu involvieren.
  2. Die Kinder hörten Bibelgeschichten und das Evangelium von Jesus Christus. Viele der Kinder, die damals die Nachmittagsbetreuung besucht hatten, konsumieren heute Drogen, haben die Schule abgebrochen, geniessen das Partyleben, betrinken sich regelmäßig, einige der Mädchen rennen Männern nach und andere wurden Väter und Mütter, bevor sie die 12. Klasse abgeschlossen haben.

Überdenke dein Verhalten im Geben

Während dieser COVID-Krise habe ich gesehen, dass Organisationen sehr leicht Geld sammeln konnten, um die Armen zu ernähren. Millionen wurden gesammelt und als Lebensmittelpakete verteilt. Was ist das Ergebnis, wenn die Krise vorbei ist? Hat die Zahl der armen und bedürftigen Menschen abgenommen? Haben wir weniger hungrige Kinder? Haben wir weniger Arbeitslose? Haben wir gesündere Menschen? Besuchen mehr Leute die Kirche?

Leider lautet die Antwort auf all diese Fragen nein. Das Resultat: ein Lächeln auf dem Gesicht der begünstigten Person und ein schönes Bild, das an die Spender gesendet werden kann. Was hat sich für die Begünstigten geändert? Eine Woche später sind sie wieder hungrig und stehen stundenlang in einer der endlosen Schlangen in der prallen Sonne und kämpfen um die beste Position, um ein Lebensmittelpaket zu ergattern. Sie schleppen sogar ihre kleinen Babys und Kinder mit sich, um die Organisatoren zum Mitleid zu bewegen und sich einen Vorteil zu verschaffen. War das deine Absicht? Mit Sicherheit nicht. Sollen wir aufhören zu geben? Sicherlich nicht! Die Not ist größer als je zuvor. Unsere Aufgabe an der Front ist sehr schwierig. Wir wollen helfen und keine weiteren Probleme verursachen.

Schlussfolgerung

Wir müssen aufhören, uns auf die Anzahl der Personen zu konzentrieren, denen wir helfen könnten. Ja, auf einem Bericht oder einem Dankesbrief sieht es sehr gut aus, aber meistens macht es auf lange Sicht keinen spürbaren, lebensverändernden Unterschied. Ich habe nur einen Weg gefunden, um echte Veränderungen herbeizuführen und das Leben eines Menschen zu verbessern. Diese nachhaltige Armutsbekämpfung ist eigentlich ein sehr altes Konzept, wie du in diesem Blogbeitrag lesen kannst.

Dies kann nur durch eine langfristige, brüderliche Beziehung erreicht werden, welche in eine Person investiert, basierend auf der Grundlage biblischer Werte und Wahrheiten einen göttlichen Charakter vorlebt und aufbaut.

Schau dir einige Auszüge an aus David Platt's Buch "Counterculture" zum Thema die Gute Nachricht und Armut . Wenn du einen anderen oder sogar besseren Weg kennen solltest, um nachhaltige Veränderungen herbeizuführen, hinterlasse doch bitte einen Kommentar, damit wir unsere Arbeit effektiver gestalten können. Ja, der vorgeschlagene Weg erfordert Geld, aber vor allem Zeit . Wir müssen Zeit mit den Menschen verbringen, die wir beeinflussen wollen. Deshalb müssen wir unter diesen Menschen leben. Lies mehr darüber warum wir in das Armenviertel ziehen wollen . Das Ziel von HOPE Recovered ist es, ein Zentrum im Armenviertel zu errichten, unter den Menschen zu leben und eine Person nach der anderen zu verändern. Wir wollen sehen, wie Menschen ihr Leben auf dieser Erde verändern und eine ewige Hoffnung in Jesus finden.

Kommst du mit uns und lebst mit uns im Armenviertel? Komm mit oder trage zu unserem Zentrum bei und trage zu einer dauerhaften Verbesserung bei.

Liebe Grüsse

Raphael Richli, Gründer von HOPE Recovered

2 Gedanke zu „Rethink ministry? – a letter to you“

  1. Hallo Raphael
    diese Erkenntnis ist super. Sie sollte von allen, ja allen Missionsgesellschaften und Organisationen gelebt werden, auch wenn dabei nicht mitleidvolle Bilder gemacht und versandt werden können. Vielmehr ist wichtig, dass auf gutem Wege das nachhaltige Ziel erreicht wird, dass Menschen durch Gott verändert und das neue Leben verständlich leben.

    ich mache überall die gleichen Erfahrungen, dass die Christen als Christen leben wollen gemäss ihren Aussagen, es aber nicht mit dem Worte Gottes und Jesu Anliegen übereinstimmt. Sie verlassen sich mehr auf ihr Geld als auf Gott und nehmen die Anweisungen Gottes auch in Bezug zum Geld nicht ernst.

    Gott gab Mose genaue Anweisungen für den Bau der Stiftshütte und betonte immer wieder, dass er es ganz genau nach seinen Anweisungen machen soll. Er erkannte, dass er somit nicht der Auffassung sein durfte, etwas einfacher, besser und effizienter zu machen als Gott es angewiesen hatte. Er hätte sich damit über Gott uns dessen Weiheit gestellt. Aber WIR meinen heute, genau das machen zu können und Gottes Anweisungen in der Bibel auf “unsere heutigen Verhältnissen” anzupassen zu können und zu müssen und uns damit über Gott stellen zu können als ob Gott “unsere Verhältnisse” damals nicht schon längst voraus gesehen hat. Gott erwartet GLAUBE AN SEIN WORT und nicht Handeln nach unserer Verstandeslogik, die oft dem Glauben abtrünnig ist.

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